Winterwonderland Norwegen – Tas

Winterwonderland Norwegen

von Simone Blaschke am 20. Oktober 2016
Foto: privat

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Gerade haben wir doch noch im Meer gebadet und uns die warme Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Das soll schon wieder vorbei sein? Nicht zu glauben, aber genauso ist es. Doch was jetzt kommt, muss nicht zwangsläufig
schlechter sein. Erstens präsentiert sich die Natur im „goldenen Oktober“ noch einmal von ihrer besonders bunten Seite, zweitens kann man den Urlaub auch im Herbst und Winter in wärmeren Teilen der Erde verbringen oder
sich drittens auf den bevorstehenden Winterurlaub in den Bergen freuen.
Stichwort Winterurlaub: Wie wäre es, einmal nicht nur mit dem Finger auf der Landkarte Richtung Norden zu reisen und ein Land zu besuchen, das im Winter mit einem besonders faszinierenden Naturwunder lockt? Aurora
borealis lautet die wissenschaftliche Bezeichnung für die Polarlichter, die in Nordnorwegen am Himmel tanzen. Wer dieses Spektakel einmal live erlebt hat, will immer wieder kommen.

LICHTER AM POLARHIMMEL

„Das Lodern des Nordlichts am dunklen Himmel ist etwas, an das man sich nie ganz gewöhnt. Es hört niemals auf, zu verwundern und zu erstaunen.“ So beschreibt Martti Rikkonen, Naturfotograf aus Lappland, das Phänomen der Polarlichter. Wenn im Winterhalbjahr nördlich des Polarkreises die Sonne nicht mehr aufgeht, ist die beste Zeit für eine Polarlichtreise nach Nordnorwegen. Zwischen September und März sind die Nächte lang, kalt und klar.

Dann stehen die Chancen gut, den Himmelszauber der Aurora borealis bestaunen zu können. Bereits im 19. Jahrhundert kamen Polarforscher beim Anblick der bis dahin unbekannten Himmelserscheinungen ins Schwärmen: „Die Natur führt uns ein Feuerwerk vor, wie es sich die kühnste Phantasie nicht herrlicher zu denken vermag. Keine Farbe und kein Pinsel vermögen es zu malen, keine Worte vermögen es in seiner ganzen Großartigkeit zu schildern.“ beschrieb der deutsche Geophysiker Carl Weyprecht die Nordlichter, die er während einer Expedition 1873 im Polarmeer zum ersten Mal sah. Dabei sind die tanzenden Lichter am Himmel aus wissenschaftlicher Sicht ganz logisch zu erklären. Sie entstehen, weil elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen. Daraus resultieren im
Übrigen nicht nur die „Nordlichter“ (Aurora borealis) in den Polarregionen auf der Nordhalbkugel, das gleiche Phänomen findet genau so auf der Südhalbkugel statt (Südlicht oder Aurora australis).

Doch mal ehrlich, wer braucht angesichts des Anblicks dieses faszinierenden Himmelsphänomens, für den jedes Jahr Touristen und Fotografen aus aller Welt anreisen und sich die Nächte um die Ohren schlagen, eine physikalische Erklärung?

Foto: privat

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BESTE ZEIT FÜR POLARLICHTER

Nördlich des 60. Breitengrades geht die Sonne zwischen September und März bis auf wenige Stunden wochen- und monatelang nicht mehr auf. Bei einem ein- bis zweiwöchigen Aufenthalt in den nördlichen Teilen Skandinaviens ist in dieser Zeit die Chance, die berühmten Nordlichter zu sehen, besonders groß. Gerade in Nordnorwegen in der Nähe von Tromsø und Svalbard besteht die Wahrscheinlichkeit, in 8 von 10 Nächten Polarlichter zu sehen. Aber auch im Norden Islands, in Finnisch-Lappland und auf den Faröer Inseln tritt im Durchschnitt mindestens ein Mal pro Woche ein helles Polarlicht auf.

AUF DER KLASSISCHEN POSTSCHIFFROUTE DIE KÜSTE ENTLANG

Das beste Fortbewegungsmittel für eine Polarlichterreise entlang der zerklüftetenKüste Norwegens ist das Schiff. Auf der sogenannten Hurtigrute („schnelle Route“) verkehrten seit Ende des 19. Jahrhunderts Postschiffe, um die Einwohner in diesen Regionen mit Post und allem, was man für das tägliche Leben braucht, zu versorgen. Auch wenn der Postverkehr 1984 eingestellt wurde, ist die Strecke mittlerweile besonders bei Urlaubern sehr beliebt und viele Passagier- und Kreuzfahrtschiffe fahren entlang der alten Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes. Der bekannte Reiseverlag Lonely Planet bezeichnete das Erlebnis an Bord eines norwegischen Postschiffs sogar als „schönste Seereise der Welt“. Wer die Hurtigruten, zum Beispiel mit den Schiffen der gleichnamigen Reederei schon einmal gefahren ist, wird das bestätigen. Über 100 Fjorde entlang der atemberaubenden, norwegischen Küste – darunter der UNESCO-geschützte Geirangerfjord, die Inselwelt der Lofoten weiter nördlich und das berühmte Nordkap – säumen die Strecke.

Foto: privat

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NORDKAP NÖRDLICHSTER PUNKT EUROPAS

Das Nordkap, ein steil aus dem Eismeer ragendes Schieferplateau, übt auf Besucher aus aller Welt eine magische Anziehungskraft aus. Auch wenn es streng genommen gar nicht den nördlichsten Punkt Europas, sondern nur des europäischen Festlandes (71° 10‘ 21‘‘) markiert, hat sich das Nordkap, rund 2100 Kilometer vom Nordpol entfernt und 514 Kilometer nördlich des Polarkreises, als bedeutendes touristisches Reiseziel etabliert. An der bekannten Weltkugel auf dem Plateau schießen jährlich tausende Touristen ein Erinnerungsfoto. Bei klarem Wetter bietet sich von hier aus eine fantastische Sicht auf den unendlich erscheinenden Horizont Richtung Nordpol.

HURTIGRUTEN BEI NACHT

Die traditionelle norwegische Postschifflinie verbindet seit 1893 die Orte der über 2700 Kilometer langen norwegischen Westküste. Heutzutage benötigen die kombinierten Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffe zwischen Bergen und Kirkenes eine knappe Woche und werden gerne von Touristen gebucht (www.hurtigruten.de). Eines der bekanntesten Schiffe der Hurtigruten-Flotte ist die knapp 122 Meter lange „MS Richard With“ für rund 700
Passagiere. Sie wurde nach dem Gründer der Hurtigruten-Postschifflinie benannt. Ein beeindruckendes Glasbild an der Decke des Salons erinnert an seine historische Heldentat: die Entwicklung eines nachttauglichen
Navigationssystems. Davon profitieren Schiffsreisende bis heute. Denn so ist es möglich, in der überwiegend dunklen Winterzeit zwischen September und März entlang der norwegischen Küsten zu fahren und am nächtlichen Sternenhimmel die Polarlichter „Aurora borealis“ zu bestaunen.

WINTERREISE ZU DEN NATURWUNDERN NORWEGENS

Schneebedeckte Berge und majestätische Gletscher, kleine Inseln und Siedlungen mit bunten Häusern und gigantischen Naturlandschaften – das ist Norwegen. Wer das unvergleichliche Naturwunder der Nordlichter in Kombination mit der grandiosen Fjord- und Bergwelt erleben möchte, trifft mit einer Winterreise nach Norwegen die richtige Wahl. Um die Kosten im Überblick zu behalten, empfiehlt sich eine Schiffsreise mit Verpflegung an Bord. Für die klassische Postschiffroute mit Hurtigruten gibt es aktuell Frühbucherrabatte (inklusive Flug nach/ab Bergen) für unter 1.000 Euro.

 

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