Trend Food Posting – unser Essen wird digital – Tas

Trend Food Posting – unser Essen wird digital

von Esther Hetzert am 23. Februar 2016

Foto: fotolia/ectorfusionart

Foto: fotolia/vectorfusionart

Was waren das für Zeiten, als man ein Süppchen löffeln konnte, ohne dass die Menschheit davon erfuhr. Heute ist das anders. Kochen und essen wird digital. Lud man früher Freunde ein, teilt man das Vergnügen heute über die sozialen Netzwerke. „Food Posting“ heißt der Trend, den der Lebensmittelkonzerns Nestlé in einer Studie unter die Lupe genommen hat.

Demnach haben 37 Prozent der Befragten schon mal ein Foto ihres Essens bei Facebook & Co. geteilt. 49 Prozent haben bereits einen Essens-Post von Freunden kommentiert oder weitergeleitet. Essen spielt eine immer größere Rolle. Das spiegelt sich auch im Qualitätsbewusstsein wider. 53 Prozent ist es wichtig. Das Preisargument zieht bei „nur“ noch 47 Prozent. 2009 war das noch anders: Da war den meisten der Geldbeutel wichtiger.

Die Gemeinschaft beim Essen ist den Deutschen dagegen immer noch wichtig, nämlich neun von zehn. Die muss aber nicht unbedingt real existieren. Es reicht auch rein virtuell. Ob das so ein gesunder Trend ist – ich bezweifle es. Mir sind reale Menschen nach wie vor wichtiger als Likes. Aber vielleicht bin ich da altmodisch.

Es ist nicht vorwerfbar, Fotos von Essen zu posten. Sie können Anregungen bieten oder einfach schön aussehen. Aber wenn aus jedem Salat ein Event, wird’s mir persönlich zu viel. Entspannt und zwanglos genießen ist irgendwie anders. Letztlich aber entscheidet jeder selbst, ob und wie er sich präsentiert.

So, und ich habe gerade entschieden, dass es Zeit ist für einen Muffin. Den verspeise ich jetzt in meinem stillen Kämmerlein. Übrigens sei das, so die Studie, vielen inzwischen ebenso wichtig. Sein Essen alleine zu genießen, ganz ohne Fotobeweis. Das muss, bei aller Internet-Affinität, auch mal sein. Gott sei Dank – doch nicht so altmodisch …

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