Bali – Insel der 1.000 Tempel – Tas

Bali – Insel der 1.000 Tempel

von Anja Kuhn am 20. Februar 2015

tas_trends-art-style_reise_bali

Fernab des Alltags, mitten im Indischen Ozean liegt die 5.561 Quadratkilometer kleine Trauminsel mit ihren bewundernswerten Tempeln und kunstvollen Reisfeldern. Der magische Ort, das immergrüne Tropenparadies, wo man jeden Tag die Wohltätigkeit der Götter feiert. „Pulau Dewata“ – Insel der Götter nennen die Balinesen ihr Land; nur eine der vielzähligen Bezeichnungen. Ein Land voller freundlicher, immer lächelnder Menschen. Ein Ort zum Träumen und Entspannen, wo die fließenden Klänge der Gamelan-Musik und der allgegenwärtige Duft der Räucherstäbchen böse Geister vertreibt; wo sich die Menschen bescheiden geben und stets um ein gutes Karma bemüht sind; wo Touristen dauerhafte Freundschaften mit Einheimischen eingehen – Bali, eine Insel voller Kontraste.
Jenseits des Tourismus zeigt Bali mit kunstvollen Reisterrassen, verträumten Dörfern, Vulkanen, Bergseen, Wasserfällen und Dschungelregionen eine ganz besondere Seite. Hier entdeckt man die berühmten Mutter-, Meeres- und Seetempel und abseits der ausgetretenen Pfade auch die unberührte Natur. Sie sind überall zu finden: In Reisfeldern, auf Märkten, in Höhlen, in Meeresbuchten, auf Felsen entlang der Küste, an Seen, auf entlegenen Bergspitzen und an Wegesrändern – die zahlreichen, heiligen Tempel Balis. Mit mehr als 20.000 Tempeln wird sie nicht umsonst „Insel der 1.000 Tempel“ genannt. Täglich werden den Göttern vor den Toren des Heiligtums Opfer wie frische Blumen, Früchte, Reis und aus Reisstroh geflochtene kleine Figuren dargebracht. Dabei verkörpern die Tempel keine vergangene Epoche, sondern vielmehr lebendige Stätten der Verehrung und des Gebetes. Im Südwesten Balis liegt der Pura Tanah Lot, eines der bekanntesten und beliebtesten Ziele für einheimische und ausländische Touristen. Der hinduistische Meerestempel befindet sich auf einem Felsen im Meer und ist somit nur bei Ebbe zugänglich. Der Ruhe suchende Tourist findet seinen Platz im Osten Balis: Zwischen den hohen, aktiven Vulkanen, den tiefen, grünen Schluchten und den unvergleichlichen, weißen, schwarzen und steinigen Stränden hat auch die wichtigste, heiligste und größte Tempelanlage Balis – der Pura Besakih – ihren Platz gefunden. Das tropische Paradies besitzt dabei drei Stärken: Die Natur, die Kultur und das spirituelle Leben, welche in ihrem Zusammenspiel die Harmonie und den Frieden auf Bali hervorbringen. Fruchtbarer Boden, Wasser im Überfluss und ein angenehmes Klima ermöglichen es, viele Pflanzensorten anzubauen. Der Tumpek Uduh – der spezielle Tag der Ehrerbietung an die Pflanzen – ist eine der zahlreichen Zeremonien, die durchgeführt werden, um die Harmonie mit der Natur am Meer oder an Wasserquellen, im Wald oder an anderen Stätten in der Natur zu erschaffen.
Für die Balinesen bestimmt der Hinduismus das Leben vom Morgen bis zum Abend, von der Geburt über den Tod bis zur Wiedergeburt. Das Besondere daran ist, dass sie die einzige Insel Indonesiens ist, die hinduistisch ist. In der religiösen Kultur Balis bedeutet Leben Religion und Religion Leben. Was für den Europäer fremd oder gar bizarr erscheint, stellt für den Balinesen keinen Zwang dar; es ist sein Rückhalt und seine Stütze in einer sich wandelnden Welt. Einer der vielen Gründe, weshalb sich Bali auch in der modernen Zeit und trotz der zunehmenden ausländischen Einflüsse seine Traditionen, Identität und Kultur bewahrt. So zählen auch die balinesischen Tänze zum festen Bestandteil eines jeden Dorfes. Sie sind traditionelle Rituale und Zeremonien mit hinduistischem Hintergrund, die von der Gamelan-Musik dramatisch untermalt werden. Die traditionelle Musik Indonesiens begleitet jedoch nicht nur Zeremonien: Auch morgens beim Frühstück, abends am Strand oder mittags am Straßenrand verleiht ihr Rhythmus dem Land eine einzigartige, faszinierende Stimmung. So kann es jederzeit passieren, dass man sich unvermutet inmitten einer Feier oder eines spontanen Zusammentreffens einiger Musiker und Tänzer wiederfindet. Das balinesische Dorfleben besteht aus einer einzigartigen Gemeinschaft: Es wird alles gemeinsam entschieden und ausgeführt, vom Straßenbau bis zur Planung des Dorffestes. Dabei pflegen die Familien eine traditionelle Arbeitsteilung: Die Männer arbeiten auf dem Feld, kümmern sich um die religiösen Pflichten und betreuen das Vieh, während die Frauen das Essen zubereiten und sich um die Kinder – die „kleinen Götter Balis“ – kümmern. Die großen hinduistischen Fixpunkte Geburt, Eintritt in die Pubertät, die Hochzeit und der Tod sind für das Leben der Balinesen besonders bedeutend. Sie werden von festgelegten, tradi-tionellen Ritualen begleitet, um den Übergang der Seele von einer in die nächsten Lebensphase reibungslos zu gestalten. Auch wenn für Touristen diese Traditionen und die Kultur befremdlich erscheinen – die Balinesen sind ein stolzes Volk: Sie glauben an das Samsara, den unaufhörlichen Kreislauf von Geburt, Tod und Reinkarnation der Seele, bis sie irgendwann das Nirvana erreicht.
Neben der wunderschönen Natur und der einzigartigen Kultur bietet Bali eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, Zielen und Attraktionen – es kommt ganz darauf an, wonach man sucht. Unzählige Geschäfte laden zum Shoppen ein und das berauschende Nachtleben im Süden der Insel lässt das europäische Touristenherz höher schlagen. Auch in der Gastronomie kommen kulinarische Feinschmecker auf ihre Kosten: In zahlreichen Restaurants können traditionelle, balinesische Gerichte in geselliger Atmosphäre genossen werden. Eines steht fest: Die lebendige Kultur, einzigartige Küsten und Zeremonien, freundliche Menschen und die wunderschöne Landschaft machen Bali zu einer Insel, die in unserer schnelllebigen Welt fast unwirklich scheint. Das feuchte Tropenparadies hat eben mehr zu bieten, als nur Strand und Palmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2016 Copyright tas medienhaus