Alles ist Design – Tas

Alles ist Design

von Anja Kuhn am 28. Juni 2016

tas_trends-art-style_DesignmesseBundeskunsthalle

Klarheit und Form – Die Designmesse

„Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeiten ist der Bau“ – so heißt es im Bauhaus-Manifest. Als eine der einflussreichsten Kulturinstitutionen beeinflusste es nicht nur das 20. Jahrhundert sondern prägt auch noch heute das zeitgenössische Design und die Formgebung von Interieur, Möbeln, Textilien, Mode, Schmuck sowie Produktentwicklungen.

Eine Verbindung von beidem – Bauhaus und neuem Design – war Ende Juni in der Bundeskunsthalle zu sehen. Unter dem Motto „Klarheit und Form – Die Designmesse“ präsentierten 35 Designer Ihre neuesten Schöpfungen. Die Eröffnung mit Lounge Charakter, DJs und Drinks lockte zur Friday_Late_Art ein gemischtes Publikum von Student bis Rentner.

Das Bauhaus – Alles ist Design

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Die Ausstellung „Das Bauhaus – Alles ist Design“ (vom 1. April bis 14. August zu sehen) zeigt nicht nur die klassischen Werke aus ihrer Entstehungszeit sondern dokumentiert auch deren Entwicklungsprozesse und – besonders spannend – die Gegenüberstellung mit Werken heutiger Designer, Architekten und Künstler. Damit offenbart sie völlig neue Facetten und zeigt eine verblüffende Aktualität – ist doch Klarheit und Sachlichkeit sowie die Rückbesinnung auf das Traditionelle und Einfache zeitgemäßer denn je.

Die Gestalter am Bauhaus machten es genauso. Sie stellten die soziale Verantwortung des Designers ins Zentrum ihres Schaffens und beschäftigten sich mit Themen und Fragen rund um neue Techniken, Materialien sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Handwerk diente als gestalterische Intention für eine neue Formensprache, die dem industriellen Herstellungsprozess gerecht wurde. „Architekten, Bildhauer, Maler; wir alle müssen zum Handwerk zurück.“ „Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers“, lauten zwei weitere Zitate von Walter Gropius in dem Bauhaus-Manifest.

Er holte als Direktor Künstler wie Lyonel Feininger, Johannes Itten, Josef Albers, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer als Lehrer an das Staatliche Bauhaus in Weimar. Ab 1923 werden Lampen, Stühle und ganze Kücheneinrichtungen entwickelt, die für die Massenfertigung bestimmt sind. Sie sollen den bloßen Bau ergänzen. Nach dem Umzug nach Dessau, im Jahr 1925, entstehen dort die ersten Möbel aus Stahlrohr; wie zum Beispiel der „Freischwinger“ von Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Zusammenarbeit mit der Industrie.

Das Medium Fotografie kam hinzu und sorgte dafür, dass die geschaffenen Objekte verbreitet werden konnten. Lucia Moholy gestaltete gemeinsam mit Walter Gropius einen Ausstellungskalender. Von 1924 bis 1928 entstand ein umfassender Bestand an Produktaufnahmen und Architekturbildern. Bis heute prägen sie das Bild der Schule.

1932 wurde unter der NSDAP das staatliche Bauhaus geschlossen und zahlreiche Bauhausmitglieder emigrierten. Dies führte zur internationalen Verbreitung des Bauhauses. Beispielsweise entstanden ab 1930 in Tel Aviv mehr als 4.000 Gebäude und sind heute die weltweit größte Ansammlung von Gebäuden im Bauhaus-Stil. László Moholy-Nagy führte ab 1937 das Bauhaus-Konzept als New Bauhaus in Chicago weiter.

Die Bauhaus-Ausstellung läuft bis zum 14. August http://www.bundeskunsthalle.de/index.html

 

 

 

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